Lim'sche Bolognese

Es könnte sein, das Bolognese mein Lieblingsgericht ist. Zumindest könnte ich sie jederzeit essen, habe deshalb meist einen eingeweckten Vorrat im Kühlschrank und schwöre auf die tröstende Wirkung von einem Teller guter Pasta in Notlagen. Nur fotografieren lässt sie sich nicht. Egal wie lecker die Pasta war, egal wie liebevoll ich die Spaghetti im Ragout geschwenkt, aufgedreht und Basilikumblättchen auf dem Türmchen verteilt, egal wie sanft ich Parmesan drüber gehobelt habe, sobald ich den Auslöser betätige, sieht die Bolognese wie ein kleiner Unfall aus.

Da hilft auch Desinteresse vortäuschen, Fernauslösen und fluchen nichts, gefühlte 742 Versuche später habe ich die weiße Flagge gehisst.

Und dann ist ein Wunder passiert.

Treten Sie näher und staunen Sie!

Selbstgemachte Spaghetti in Kalbsbolognese aus fein gehackter Oberschale, Wurzelgemüse, Schalotten, Weißwein und Kirschtomaten mit Kräuteröl, Basilikum, Parmesan und Büffelmozzarella. Versuch 743 das lim'sche Leibgericht abzulichten ist gelungen! Halleluja!

Für einen großen Topf voll Glück nehme man: vier mittelgroße Zwiebeln, geschält und fein gewürfelt

500g Wurzelgemüse, geputzt und fein gewürfelt 200g Staudensellerie, geputzt und fein gewürfelt 750g frisch faschierte Kalbs- oder Rinderhüfte

ein Viertel Kugelknoblauch oder eine Zehe, geschält und fein gerieben zwei gehäufte Esslöffel Tomatenmark 100ml Weißwein

eine Flasche Passata

ein Zweig Rosmarin, fein gehackt


zwei Zweige Thymian, fein gehackt ein Lorbeerblatt ein halber Teelöffel getrockneter Oregano Salz und Pfeffer Olivenöl Parmesan, frisch gerieben Büffelmozzarella, zerzupft frischer Basilikum ein paar Kirschtomaten an der Rispe, zwanzig Minuten bei 180°C in einer feuerfesten Form im Ofen gegart

Die Zwiebeln mit etwas Olivenöl so lange bei schwacher Hitze karamellisieren lassen, bis sie hellbraun sind. Wenn irgendwie möglich, solltet ihr euch das Hackfleisch frisch durchdrehen lassen, so könnt ihr genau bestimmen, welches Fleisch im Sugo landet. Derweil das Faschierte in einer heißen, beschichteten Pfanne mit wenig Öl anbraten, aus der Pfanne nehmen und auch das Wurzelgemüse anbraten. Nun darf beides zu den Zwiebeln in den Topf und kurz zusammen mit dem Knoblauch, den Gewürzen und dem Tomatenmark anbraten, bis das Tomatenmark leicht angeröstet ist, und mit dem Wein abgelöscht wird. Sobald der Alkohol verflogen ist, die Passata dazu geben und halb abgedeckt drei Stunden sanft köcheln lassen. Jetzt könnt ihr das Sugo, vom gelegentlich umrühren damit nichts anbrennt abgesehen, sich selbst überlassen. Das Lorbeerblatt heraus fischen und die Bolognese abschmecken. Die Pasta mit Parmesan, zerzupftem Büffelmozzarella, frischem Basilikum und ein paar Ofentomaten anrichten und die hungrige Meute rufen. Fotos machen auf eigene Gefahr.